(Ausführliche) Kritik an der Packstation

Die Packstation ist an Sich eine nette Sache.
Allerdings hab sie auch einige gravierende Fehler.

Zuerst mal zur Hardware:
1. Das Display ist schlecht ablesbar, wenn die Sonne scheint. Also ist das Display einfach zu dunkel. Bei den runden Packstationen kommt noch hinzu, dass man geblendet wird wenn sie Sonner hinter der Station ist.
2. Es wurde am Drucker gespart. Man bekommt seine Quittungen immer auf einem Klebeetikett. Da hätte man ruhig einen zweiten Drucker mit normalem Papier nehmen können.
3. Der Touchscreen ist nicht feinfühlig genug und verschluckt Eingaben (dazu weiter unten mehr).
4. Die Fächer sind zu klein. Es passen keine Pakete rein, die der maximalen Paketgröße entsprechen.
Ein Paket darf maximal 120×60 x 60 cm messen. In die Packstation passen allerdings nur Pakete der Größe 60×35 x 35 cm. Also wesentlich kleiner.
Ist ja verständlich, weil sonst eine Packstation noch größer wäre, allerdings wäre ein kleiner Tick größer schon nett.
5. Der Barcode-Scanner ist komisch positioniert und wird von manchen lange gesucht (dazu auch unten mehr).

Jetzt die Software:
1. Die Software ist zu kompliziert. Ich komme damit klar, die meisten anderen jedoch nicht.
2. Sie ist langsam.
3. Sie basiert auf Windows (aber das nur nebenbei)

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Ein Beispiel: eine ältere Dame bekommt ein Paket geschickt, ist aber nicht zu Hause. Anstatt dieses nun wie früher in einer Postfiliale/-agentur abholen zu können, wurde es von der Post in eine Packstation eingeliefert. Da hätte die Post den Empfänger vorher erstmal fragen sollen, ob das so gewünscht ist. Ich schätze mal, viele Leute fahren lieber etwas weiter um wie gewohnt zur Post zu gehen.
Doch zurück zum Thema: die ältere Dame erhält nun eine Benachrichtigungskarte, mit der Aufforderung ihr Paket aus der Packstation zu entnehmen.

Also fährt sie dorthin und dann geht der Spaß los.
Kommt man zur Packstation wird man erstmal mit einem Werbebildschirm begrüßt. Die ältere Dame, nennen wir sie einfach mal Oma Erna weiß nun erstmal nicht was zu tun ist. Der Werbebildschirm zeigt ab und zu mal an “Bildschirm berühren zum Starten”. Aber nur manchmal.
Irgendwann merkt Oma Erna das, oder macht es einfach so.
Dann erscheint ein Auswahlbildschirm mit drei Optionen: “Login für Packstation-Kunden”, “Nutzung ohne Karte”, “Abholung mit Benachrichtigungskarte” (sinngemäß zitiert).

Zwei Problempunkte: erstmal ist die Schrift zu klein (allerdings ist sie das die ganze Zeit und Oma Erna hätte ja ihre Brille auch mitnehmen können…), zweitens steht der wichtige Eintrag an letzter Stelle.
Bleibt die Frage, ob diese Option am seltensten benutzt wird oder was die Designer dazu bewogen hat, den Button dort hin zu packen.

Hat sie nun den passenden Button gedrückt (mit viel Kraft, weil der Touchscreen nicht so toll reagiert), dann kommt die Aufforderung, den Strichcode auf der Benachrichtigungskarte einzuscannen.

Hier scheitern bereits viele, weil sie den Strichcodescanner nicht finden. Der ist ja wie bereits gesagt, weit unten versteckt. Ich habe wirklich schon Leute gesehen, die die Karte an den Bildschirm halten zum Scannen…
Es gibt auch keinen Hinweis, wo sich der Scanner befindet. Oder doch, das Display zeigt einen Pfeil nach unten… Aber wo denn da!?
Aber Oma Erna hat Glück, sie hat den Scanner gefunden und kann den Code einscannen.

Weiter geht’s: jetzt soll sie ihren vollen Vor- und Nachnamen mit einer Onscreen-Tastatur eintippen. Das geht wie gesagt ziemlich schwer und Oma Erna sieht nicht mehr so richtig, so dass da am Ende Ezka … steht.
Wozu dieser Schritt? Ist es nicht aus dem eingescannten Code ersichtlich, wie der Abholer heißt? Da man ja offentsichtlich eh eingeben kann, was man will, wird da auch nichts verglichen. Also ist keinerlei Sicherheit da. Der Schritt kann also auch weggelassen werden.

Im nächsten Schritt muss man nun auf dem Bildschirm unterschreiben.
Da der Touchscreen immer noch nicht so toll reagiert, muss man enorm stark mit dem Finger aufdrücken, was man aber nicht so lange durchhält.
Also kommt statt der Unterschrift eine lustige Ansammlung von Bruchstücken zusammen, die man nicht als Unterschrift identifizieren kann.
Also ist auch dieser Schritt herzlich sinnfrei.

Danach öffnet sich dann endlich das Fach mit dem Paket und man hat es geschafft.
Eigentlich müsste man danach noch wieder das Fach schließen und sich abmelden. Das macht aber auch fast niemand. Bei den runden Packstationen muss man zum Schließen auf dem Bildschirm “Fach schließen” drücken. Die Leute sind aber froh, wenn sie ihre Paket haben und verschwinden dann. Bei den eckigen Packstationen muss man die Fachtüre ja nur zudrücken, das machen sicher die meisten.
Ich schätze, die Packstation macht nach einer Zeit das Fach auch selbst wieder zu, zumindest die runde Version. Die eckige kann das ja nicht.

Ein wirkliches Problem ist aber, wenn die Leute nicht erst nachdem sie ihr Paket haben weggehen, sondern nachdem sie die Karte eingescannt haben und Namen und Unterschrift angeben müssen.
Gehen sie dann einfach, kann der nachfolgende Kunde den Prozess fortführen und so an das Paket gelangen.

Das ist den meisten Kunden allerdings nicht klar. Da müsste von Seiten der Post darauf hingewiesen werden.

Paket verschicken

Man kann mit der Packstation ja auch selbst Pakete verschicken.
Dieser Prozess ist nicht ganz so kompliziert, birgt aber auch ein paar Probleme.
Ich gehe hier vom Vorgang mit einer Packstation-Karte aus.

Zuerst muss man wieder den Bildschirm berühren und kommt wieder zur Auswahl, was man tun möchte.
Man wählt “Login für Packstation-Kunden” und bekommt dann die Wahl, ob man sich mit seiner Goldkarte oder nur mit der Nummer anmelden möchte.

Ich wähle Goldkarte und werden aufgefordert, sie in den Kartenleser zu stecken.
Jetzt passiert erstmal nichts, denn die Packstation ist auch nicht die schnellste.
Dann erscheint auf dem Bildschirm, dass man die Karte wieder entnehmen soll. Kurz vorher stand dieser Hinweis schon auf dem separaten Display des Kartenlesers. Hat man das getan, muss man seine Pin eingeben. Dies tut man mit der Tastatur des Kartenlesern und nicht auf dem Touchscreen. Worauf man allerdings nicht hingewiesen wird, allerdings fehlt auf dem Touchscreen ja auch die Tastatur. (ist ja vorgeschrieben, bzw. sicherer, dass die PIN über die Kartenleser-Tastatur eingegeben werden muss).

Hat man diese Hürde genommen, hat man die Auswahl, ob man eine “Sendung einlegen” möchte, eine “Sendung frankieren” möchte oder ob man eine “Sendung abholen” möchte. Der letze Button ist nur anwählbar, wenn auch wirklich eine Sendung für einen vorliegt.

Ich wähle “Sendung einlegen”.
Jetzt wird man aufgefordert, den Strichcode auf der z.B. online frankierten Sendung einzuscannen. Möglich wäre auch die Nutzung eines Plus-Pakets oder einer Retouren-Sendunng.

Wie gehabt, kein Hinweis, wo der Strichcodescanner sich nun genau befindet.
Nä. Problem: zumindest die online frankierten Sendungen haben zwei Strichcodes aufgedruckt. Scannt man den falschen, erhält man eine Fehlermeldung, dass der Code nicht erkannt wurde. Da man allerdings nicht sehen kann, welchen man den nun gescannt hat und die Fehlermeldung auch mit Zeitverzögerung kommt, weiß man nicht, welcher Strichcode der falsche war. Also bewegt man das Paket solange vor dem Scanner hin und her, bis er den richtigen erkannt hat… (kleiner Tipp: der untere Strichcode ist der richtige)

Danach kommt die Auswahl, welche Fachgröße man benötigt. Leider sind die Größen nur nach den Packset-Größen benannt. Es stehen keine Maßangaben dabei. Also kann man rätseln, wenn man einen anderen Karton benutzt hat.
Hat man eine Wahl getroffen, öffnet sich ein Fach. Ist das Fach zu klein, kann man den Button “Fach zu klein” benutzen und es öffnet sich ein größeres Fach. Hat man allerdings schon das größte Fach ausgewählt gehabt, schließt die Packstation das Fach zwar wieder (also bei den runden Stationen, sonst muss man selbst Hand anlegen), öffnet dann aber eines in der gleichen Größe, da es ja bereits die größte Größe war.
Etwas bescheuert.

Hat man das Paket eingelegt und das Fach geschlossen, muss man noch bestätigen, dass man die Sendung eingelegt hat.

Problem dabei: die Packstation erkennt nicht, ob ein Paket eingelegt wurde. Man kann also auch nichts einlegen, aber behaupten das etwas eingelegt ist. Das kann auch ganz schnell mal aus Versehen passieren.
Denn die Buttons sehen alle gleich aus und wenn man mal nicht mit voller Konzentration liest, was dort steht, ist es passiert.

Und schwupps, wird einem die Quittung ausgedruckt und die Paketmarke ist entwertet.

Laut Hotline kann man seinen Irrtum auch nicht mehr rückgängig machen. Die Marke ist entwertet und man kann sich nur eine neue kaufen.
Das ist doch mal wirklich kundenfreundlich.
Dabei merken die das doch beim leeren der Packstation, dass das Fach leer ist. Spätestens dann haben sie doch den Beweis, dass man nichts verschickt hat. Also gibt es keinen Grund, warum die Marke entwertet sein sollte.

Nachdem die Quittung gedruckt wurde, muss man sich noch abmelden, da der Nachfolgende sonst Zugriff aus mein Packstation-Konto hat und weitere Sendungen verschicken, bzw. abholen könnte. Porto könnte er auch unter meinem Namen kaufen, allerdings müsste er zum Bezahlen schon seine eigene EC-/GeldKarte verwenden.

Aber auch in diesem Fall ist der Hinweis, dass man sich abmelden muss, nicht vorhanden.
Vielleicht verlässt sich die Post darauf, dass die Packstation-Kunden immer in großen Zeitabständen auftreten und das System mich in der Zeit selbst abgemeldet hat.

Fazit

Die Packstation ist nett, hat aber einige Macken, die speziell für Erstnutzer nervig und sogar gefährlich sein können.

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