Und neues iTunes

Zu den iPods habe ich ja gerade schon was geschrieben. Kommen wir zum spannenderen Teil: iTunes 7.

iTunes 7 ist auch keine Revolution, aber gelungene Evolution.

Es ist endlich wieder ein wenig übersichtlicher geworden. In der Quellenliste links wurde die Bibliothek nun nach Typ aufgesplittert (Musik, Podcasts, Filme, Fernsehsendungen, etc.) und die Buttons neu verteilt.

Womit wir auch gleich bei dem coolsten neuen Feature sind. Der Cover-Ansicht.
Bislang gab es ja nur eine Listenansicht, wo alle Titel stur als Text untereinander standen. Damit ist es jetzt vorbei. Zusätzlich kann man sich nämlich jetzt die Cover der Songs einblenden lassen und bekommt daneben alle Titel des entsprechenden Albums aufgelistet. Macht die Sache schon mal übersichtlicher.

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Wem das noch nicht reicht und der lieber durch die Cover blättern möchte, kann das jetzt auch tun, denn es gibt eine dritte Ansicht. Die CoverFlow-Ansicht. Die heißt nicht von ungefähr so, denn Apple hat das entsprechende Programm aufgekauft und in iTunes integriert.

In dieser Ansicht bekommt man nun die Cover hübsch in 3D nebeneinander angezeigt und kann einfach per Scrollbalken oder Mausscrollrad durchblättern. Sieht schick aus und macht Spaß. Und man findet so vielleicht wirklich einen Song, den man schon lange sucht.

Natürlich braucht man, damit diese Feature Sinn ergeben, auch für möglichst alle Songs Cover. Wenn man seine Songs im iTunes Store (der heißt jetzt nur noch iTunes Store, doch dazu später mehr) kauft, enthalten diese bereits Cover. Für alle anderen musste man sich diese selbst suchen. Z.B. bei Amazon. Jetzt macht iTunes das aber automatisch. Sofern man einen iTunes Store Account hat. Dann sucht er für alle meine Songs im iTunes Store nach dem Cover. Das geht allerdings nur für alle Songs auf einmal, kann also ein wenig länger dauern.
Nachdem man das einmal gemacht hat und sofern so eingestellt, sucht sich iTunes in Zukunft automatisch das passende Cover, wenn man eine CD rippt.
Sehr praktisch.

Ausserdem hat Apple jetzt eine Backup-Funktion eingebaut.
Bislang musste man sich selbst darum kümmern, dass man seine Musik irgendwie sichert. Vor allem die gekauften Lieder. Jetzt kann man dazu die eingebaute Funktion nutzen.
Sie lässt einem die Wahl, ob man alle Songs oder nur die gekauften Sichern möchte.
Das Sichern beschränkt sich auf das Brennen von CDs oder DVDs. Allerdings ist iTunes so schlau, dass er eine weitere Disk anfordert, wenn die erste voll ist. Es muss also nicht alles auf eine Disk passen.

Das Zurückspielen geht noch einfacher. Legt man eine so mit iTunes gebrannte Disk wieder in den Rechner, fragt iTunes, ob er die Musik wiederherstellen soll. Fertig.

iTunes kann ausserdem ein inkrementelles Backup anlegen. Also in Zukunft nur noch die Titel brennen, die neu hinzugekommen sind. Praktisch!

Weitere Neuerungen betreffen die iPod-Integration. So sind die iPod-Einstellungen aus dem Einstellungsdialog in das Hauptfenster gewandert. Klickt man jetzt auf das iPod-Icon in der Quellenliste, bekommt man eine Übersichtsseite angezeigt, die einem die aktuelle Firmware-Version und Füllstand anzeigt. Letzteren schön bunt aufgeschlüsselt, nach Art der Daten darauf.

Die iPod-Firmware lässt sich jetzt nur noch direkt in iTunes aktualisieren oder zurücksetzen. Der separate Updater ist Geschichte. Ist schon praktisch. So hat man immer die aktuelle Software auf seinem iPod, ohne sich extra den Updater runterladen zu müssten, der eh immer viel zu groß war, weil er alle Firmwares für alle iPods enthielt. Sofern das in iTunes gut funktioniert, sicher ein guter Schritt.
Die Seite ist in Reiter eingeteilt, die denen in den früheren iPod-Einstellungen entsprechen. Da hat sich kaum etwas getan. Zumindest nicht für uns Deutsche, die keine Serien oder Filme im iTunes Store runterladen dürfen.

Ein weiteres neues iTunes-Feature hat auch mit dem iPod zu tun. Man kann jetzt nämlich seine gekauft Musik (und nur die) vom iPod zurück auf einen anderen Rechner spielen. Sofern man sich dort mit seinem iTunes Store Account eingeloggt hat.
In einem Test scheiterte das aber bei mir. Es sollte nämlich egal sein, ob die beiden Rechner beides Macs, beides PCs oder gemischt sind. Also bei mir klappt es mit gemischt nicht. Das Windows iTunes meint nämlich, er müsse den iPod erst im FAT-Format formatieren, ehe er ihn nutzen können. Tja, dann nicht. Vielleicht geht es ja andersrum, wenn der iPod FAT formatiert ist. Aber das möchte ich nicht.

Da ist also noch etwas Arbeit angesagt.

Ausserdem kann man jetzt wohl einen iPod mit mehreren Rechner synchronisieren.
Also auf dem einen die Musik draufpacken, auf dem anderen die Fotos, zum Beispiel. Aber wohl auch hier nicht getrennt mit Windows und Mac.

Natürlich bietet iTunes jetzt auch das bereits von den neuen iPod bekannte gapless-Playback. Dafür analysiert iTunes beim ersten Start erstmal alle Songs.
Man kann nun in den Titel-Optionen einstellen, ob sie zu einem unterbrechungsfreiem Album gehören oder nicht und diese werden dann lückenlos abgespielt.
Hab ich noch nicht so ausführlich getestet, aber im Prinzip scheint es gut zu funktionieren.

Viel Neues betrifft auch den iTunes Store. Allerdings fast nur in den USA.
Dort gibt es jetzt neben den TV-Serien auch komplette Spielfilme zu kaufen.
Hier soll es dann 2007 soweit sein.
Bis dahin haben wir von den neueren nur, dass alle Filme im iTunes Store jetzt in viermal so hoher Auflösung vorliegen. 640×480 statt 320×240. Also auch die Musikvideos im deutschen Store. Das macht schon einen Unterschied. Vorallem im Vollbildmodus. Die Filme lassen sich natürlich auch in dieser Auflösung ohne Probleme auf dem großen iPod abspielen.
Im Vollbildvideomodus und in allen Videofenster gibt es jetzt auch onscreen Bedienelemente. So wie im QuickTime Player auch.

Eine weitere Neuerung betrifft den Download von allem, was iTunes downloaden kann. Also Musik aus dem Store, Videos auf dem Store aber auch Podcasts.
Bislang wurden diese oben in der Anzeige geladen, wo normalerweise steht, wie weit der Titel gerade gespielt ist.
Jetzt gibt es dafür einen eingebauten Downloadmanager. Dort sieht man genau, wie viel er schon geladen hat. Allerdings nicht die Übertragungsrate. Die hält Apple wohl für überflüssig. Es werden immer drei Downloads gleichzeitig ausgeführt. Die Priorität lässt sich durch draggen verändern, indem man den wichtigsten Download ganz nach oben packt.
Das war auch nötig.

Wenn ich nichts vergessen habe, waren das alle neuen Features.

Zum Schluss möchte ich noch was zum neuen Outfit sagen. Es sieht jetzt irgendwie grauer aus. Die blauen Aqua-Scrollbalken mussten blau-grauen Scrollbalken weichen. Vielleicht ist das ja der Leopard-Standard-Look. Oder aber Apple hat schon wieder einen neuen Look erfunden. Ich hoffe mal, dass ersteres der Fall ist.
Die neuen Buttons am unteren Fensterrand gefallen mir auf jeden Fall gar nicht. Zu flach und seltsame Farbgebung.

Immerhin ist das Programmicon jetzt blau. Oder sollte ich sagen: wieder blau?
Denn iTunes 2 hatte ebenfalls eine blaue Note. Ein etwas anderes blau, aber doch sehr ähnlich. Also Retro nicht nur beim iPod nano sondern auch bei iTunes!?
Aber irgendwie hat das neue Icon einen seltsamen 3D-Look, der irgendwie anders ist, als die bisherigen Apple-Icons. Mal abwarten, ob mit Leopard alle Icons so werden.

Update: Wenn man die Alt-Taste auf einem Mac, bzw. die Shift-Taste unter Windows beim iTunes-Start gedrückt hält, kann man eine neue Bibliothek anlegen oder eine andere auswählen. iTunes kann jetzt also endlich mehrere Bibliotheken verwalten.
Also z.B. eine für unterwegs und eine für zu Hause.

[via macnews.de]

3 Gedanken zu „Und neues iTunes“

  1. Danke für die Übersicht, manche Sachen wusste ich noch gar nicht!

    Ich finde das iTunes 7-Icon ziemlich hässlich und habe es durch das Icon von Version 6 ersetzt. Grün gefällt mir besser, das neue sieht nicht so ausgewogen aus…

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