Tiger macht echt Spaß

So, hier ist nun der versprochene Tiger-Bericht.
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Zuerst einmal, die Installation hat reibungslos geklappt, allerdings sollte man die Archivieren und Installieren-Option nehmen, denn meine Methode mit Backup auf externer Platte, komplette Formatierung samt Installation und späteres manuelles zurück kopieren, klappt zwar, allerdings macht Mail Probleme.

Ich musste alle Extra-Mailboxen manuell importieren, meine Accounts manuell wieder konfigurieren und schließlich auch dafür noch die alten Mails importieren.

Die Regeln und Signaturen sind auch weg.

Hätte ich Archivieren und Installieren gewählt, hätte Mail das alles ordnungsgemäß gemacht. Wie ich bei anderen Macs hier sehen konnte.

Na ja, so komm ich immerhin mal wieder ein wenig zum aufräumen…

Nach dem ersten Starten ist erstmal Spotlight im Hintergrund aktiv. Man kann zwar weiterarbeiten, allerdings stockt es ab und zu mal ein wenig.
Die interne Platte war auch schnell indexiert, doch als ich dann die beiden externen Platten einschaltete um mein Backup zurückzuspielen wurde es richtig lahm, da Spotlight beide Platten und gleichzeitig auch noch die Dateien, die man gerade kopiert, indexiert. Das war schon etwas stockend. Und das Kopieren hat recht lange gedauert.

Hab die Indexierung der externen Platten mal über Nacht laufen lassen und morgens war er tatsächlich fertig.

Wenn erstmal alles indexiert ist, läuft Spotlight auch wirklich rasend schnell. Kaum einen Suchbegriff eingegeben, schon hat man mehrere 100 Treffer.
Sehr nett.

Als nächstes hab ich natürlich Dashboard ausprobiert. Braucht zwingend erstmal ne Internet-Verbindung, da ja so ziemlich alle Widgets irgendwas aus dem Netz laden wollen. Aber dann ist’s schon nett. Sehr praktisch. Allerdings gibt’s hier auf dem iBook keinen Riffle-Effekt beim neuablegen von Widgets. Aber ist ja auch logisch, die Grafik im iBook ist eben nicht CoreImage-fähig. Aber immerhin ist es nicht so schlimm wie auf dem Cube, denn dessen GraKa kann nicht mal Quartz Extreme (was man jetzt übrigens im System Profiler (der jetzt auch endlich den echten Namen der Grafikkarte anzeigt) nachlesen kann), deswegen gibt es dort keine Animation wenn man ein Widget umdreht.
Auf dem Mac mini verhält es sich wie beim iBook. Was auch nicht verwunderlich ist, da dort die gleiche Grafik (Radeon 9200) drin ist.

Aber na ja, solange es dabei bleibt, dass nur dieser Effekt nicht geht, kann man das verschmerzen. Schade allerdings, dass das Core Image Fun House aus den Developer Tools auch nicht richtig läuft. Man kann es zwar starten, aber die Effekte sind sehr langsam, da sie vom Prozessor berechnet werden müssen. Na ja, man wird sehen, ob das irgendwann genug Programme einsetzen, so dass es sich lohnt.

Auf den ersten Blick sehr nett von den Developer Tools ist auch der Quartz Composer. Damit kann wohl einfach grafisch ohne eine Zeile zu programmieren nette Animationen oder Bildschirmschoner zusammenbauen. So wie den RSS-Bildschirmschoner, der übrigens auch hier flüssig läuft. Allerdings warnt der Quartz Composer beim Start, dass meine GraKa nicht alle Shader-Programme unterstützt.

Muss ich mir noch genauer angucken, was man damit nun genau machen kann. Zumindest schon mal sehr viel versprechend.

Ebenso Automator. Damit kann man auch schon einige praktische Dinge mit automatisieren. Muss ich mir aber auch noch ausführlicher anschauen.

Nun zu den weiteren neuen Programmen:

Bei iChat fällt mir nur auf, dass man das Bonjour-Fenster nicht mehr so klein machen kann, wie bei Panther. Aber da ich das eh fast immer ausgeblendet habe, nicht so schlimm. Video- oder Audio-Chats konnte ich mangels Kamera, bzw. mangels Gegenstellen mit Mikro leider nicht testen.

Mail sieht seltsam aus. Dieses zweigeteilte, links die Postfächer und daneben der Rest, eben so wie in Thunderbird oder Outlook Express sieht schon ganz gut aus. Die neuen Buttons allerdings nicht. Die sind die reinste Katastrophe. Schlecht zu unterscheiden und es fehlen einige, die unter Panther noch vorhanden waren. Hauptsache überlegt sich das Apple noch mal. Werd mal nen Bug-Report einsenden dafür.
Auch negativ auffallen tut der ungelesene-Mail-Zähler neben den Postfächern. Der ist vom Kontrast her nämlich so gut wie gar nicht abgehoben.
Aber davon mal abgesehen, funktioniert Mail wie gehabt, nur dass es jetzt auch noch Intelligente Ordner gibt, die automatisch Mails nach einem bestimmten Suchkriterium enthalten. Eben so wie die Intelligente Wiedergabelisten in iTunes.

Sowas ähnliches gibt es auch im Finder, die Intelligenten Ordner. Das sind quasi einfach gespeicherte Spotlight-Suchen. Die aber bei jedem Öffnen neu gesucht werden (was sehr flott geht) und somit immer aktuell sind. Nette Sache. Werde ich sicher öfters mal benutzen.

Das neue Safari ist ziemlich unspektakulär. Die neuere Rendering-Engine ist ja schon bei Safari 1.3 aus Mac OS X 10.3.9 enthalten und die RSS-Funktion haut einen jetzt auch nicht so vom Hocker. Ist halt irgendwie überflüssig und kann zu wenig. Da bleib ich doch lieber bei NetNewsWire. Aber für RSS-Neulinge vielleicht ganz interessant.
Ansonsten scheint Safari jetzt noch ein wenig sicherer geworden zu sein, denn er warnt bei vielen DiskImage-Downloads, das dort ein ausführbares Programm enthalten ist, und ob man sich denn sicher sei, ob man das Image öffnen möchte.
Finde ich eher nerviger, als das es was nützt. Die meisten User werden die Meldung wohl einfach schnell ohne Nachdenken wegklicken. Da hätte man eher ganz verhindern sollen, dass Programme in DiskImages automatisch gestartet werden.
Dashboard-Widgets installieren geht mit Safari sehr einfach. Zumindest wenn die Entwickler sich an Apples Vorgaben halten. Also einfach das .wdgt als ZIP packen und fertig. Dann packt Safari das automatisch in den ~/Library/Widgets/-Ordner. Manche kommen aber auch in einem Ordner oder DiskImage daher. Die muss man dann manuell dorthin bewegen.

Allgemein, aber auch speziell in Safari, fällt auf, dass das Scrolling per Mausrad verändert wurde. Es ist jetzt irgendwie weicher und anfangs etwas langsamer und dann schneller werdend. Ungewohnt, aber gar nicht mal schlecht. Ausserdem kann man in den Maus-Einstellungen nun auch endlich die Primäre-Maustaste wechseln. So dass Linkshänder nun auch ohne Extra-Treiber zurechtkommen. Sehr gut.

Dann wäre da noch QuickTime 7. Der neue QuickTime Player ist wirklich gut geworden. Größenänderungen des Fensters werden jetzt animiert dargestellt, wobei natürlich der Film weiterläuft. Nicht nur schön, sondern auch praktisch: es gibt jetzt endlich auch im Fullscreen-Modus Steuerungselemente. Das war schon lange überfällig.
Leider aber geht der Vollbild-Modus immer noch erst mit der Pro-Version. Die ich mir jetzt aber endlich mal zugelegt habe. Allein schon, um den neuen H.264-Codec exportieren zu können.
Wobei wir auch schon beim nächsten Punkt wären. Dem Exportieren. Das läuft so ab, wie bislang, nur dass durch einen Export-Vorgang nicht mehr der ganze Player blockiert wird. Das läuft jetzt in einem Extra-Fenster und man kann weiterhin Filme gucken oder auch mehrere Filme gleichzeitig exportieren. Das hat auch lange schon gefehlt.
Doch, das neue QuickTime ist wirklich gut geworden.
Leider ist aber mein iBook zu langsam, um H.264 in HD-Qualität abspielen zu können. Aber Apple empfiehlt dafür ja auch einen G5. Mal schauen, ob das dann mit der Windows-Version auf meinem Athlon XP geht…
Normale Trailer-Größe in H.264 geht allerdings problemlos.

Zusätzlich kaufen müssen wird man aber weiterhin den MPEG2-Decoder. Allerdings gibt’s da im Apple Store noch keinen für QT 7.

Neu in Tiger ist auch der Grapher. Quasi der direkte Nachfahre von Algebra Graph, allerdings basiert das auf Curvus Pro. Nettes Programm, werde ich wohl noch öfters in meinem Studium gebrauchen können.

Viel nutzbarer ist auch der Schlüsselbund geworden, der nun endlich eine Suchfunktion enthält.

Gestern kam ausserdem ein Java-Update für Tiger raus, dass ihm Java 5.0 verpasst. Allerdings irgendwie nicht so richtig. Denn java -version sagt immer noch, dass es 1.4.2 ist. 5.0 kann man wohl nur nutzen, wenn das Programm/Applet das explizit verlangt. Keine Ahnung, wie man das anstellt, bzw. ob ich denn auf meinem Mac nun auf für Java 5.0 kompilieren kann.

Ich hoffe mal, dass bald das echte Java 5.0 kommt. Schließlich brauch ich das für unseren neuen Programmier-Kurs.

Und zuletzt noch eine negative Sache. Wie ich letztens schon schrieb funktioniert der Cisco VPN Client nicht unter Tiger. Ich hab das jetzt zwar nicht ausprobiert, aber ich glaube den anderen. Der eingebaute VPN-Client kann nun zwar auch Zertifikate und allerlei anderes, aber ihn mit unseren Cisco-Servern in der Uni zum Laufen zu kriegen, habe ich nicht geschafft. Schade.

Darum habe ich mir eine sehr abenteuerliche Lösung ausgedacht, die leider gescheitert ist. Doch von Anfang an: ich dachte mir, ich nehme Virtual PC mit Win2000 drauf. Starte dort den Cisco VPN-Client und zusätzlich einen Proxy-Server über den ich dann mit dem Mac surfen könnte. Leider klappt das nicht, da Virtual PC unter Tiger die Variante virtueller Switch noch nicht unterstützt. Also die Variante, wo man dem emulierten PC eine eigene IP-Adresse zuweisen kann. So unterstützt der nur NAT und ich kann mit dem Mac natürlich nicht auf den Proxy-Server zugreifen. Mist.
Also kein Internet in der Uni mit Tiger.
Muss ich mir wohl doch noch nen Panther irgendwo extra installieren, oder eben direkt im Emulator surfen, das geht natürlich.

Ich hoffe mal, Cisco hält sich an seine 2 Wochen Prophezeiung.

Tja, das war’s erstmal vom Tiger.
Mehr konnte ich der kurzen Zeit noch nicht wirklich testen.

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