Payback Pay: Die Lösung aller Bezahlprobleme?

Seit Anfang des Monats gibt es mit Payback Pay ein weiteres mobiles Bezahlverfahren, das mal einen Mehrwert bietet und nicht die Zahlung an sich in den Mittelpunkt stellt. Letzteres interessiert nämlich nur einen sehr kleinen Kreis. Der große Rest ist mit der Zahlung per girocard oder Bargeld vollkommen zufrieden.

Payback Pay Vorbereitung

Bezahlversuch bei dm
Also auf ins Gefecht und zu dm, das aktuell als einziger Payback-Partner Payback Pay unterstützt. Das mag mit den extra Scannern zu tun haben, die sie bereits vor Monaten überall installiert haben. So kann der Kunde seine Payback-Karte, bzw. nun sein Smartphone selbst scannen ohne es aus der Hand geben zu müssen.

Zum Glück war es im dm nicht allzu voll, so dass ich zuerst nur noch eine ältere Frau in der Schlange hinter mir hatte, die es nicht eilig zu haben schien. Man kennt das ja, dass solche Experimente gerne mal scheitern oder zumindest sehr langwierig sind, so dass man den Zorn der gesamten Schlange auf sich zieht.

Hinter der Kasse hing auch direkt ein Poster, dass Payback Pay anpries und am Eingang standen Flyer rum. Prinzipiell schon mal ein gutes Zeichen.

Nun der Kassiererin gesagt, dass ich mit Payback Pay zahlen möchte und sie erwiderte daraufhin, dass es ihr erstes Mal wäre. Allerdings war sie dabei freundlich und nicht genervt.

Versuch fast gescheitert

Vorher hatte ich mich natürlich schon bereit gemacht: die Payback-App gestartet, dann auf das Kartenicon gedrückt, Payback Pay ausgewählt, nun mit PIN oder auf dem iPhone Touch ID (so hab ich es gemacht) freischalten. Nun erscheint ein QR-Code, den ich über den Scanner einscannte. Daraufhin erschien die Payback-Nummer auf dem Scanner-Display. Mehr passierte aber nicht. Weder die Kasse meldete bezahlt, noch die App.

Payback Pay: Wahl zwischen Zahlen und Punkten oder nur Punkten
Payback Pay: Wahl zwischen Zahlen und Punkten oder nur Punkten

War ja irgendwie klar. Warum sollte das auch mal direkt auf Anhieb funktionieren.

So rief die Kassiererin ihre Kollegin, die allerdings noch weniger Ahnung davon hatte (nämlich Null). Sie beauftrage sie aber, die Filialleitung zu holen. Die Kassenschlange war mittlerweile um einen Herren angewachsen, der nicht so aussah, als hätte er besonders viel Zeit und ihm war der Ärger ins Gesicht geschrieben. „So ein Depp mit seinem hippen Handy-Quatsch hält den ganzen Betrieb auf. Wieso kann er nicht einfach in Bar bezahlen wie normale Menschen?“, mag er gedacht haben.

Gerade als die Kollegin loslaufen wollte, drückte sie noch was an ihrer Kasse und es war bezahlt. Meine App meldete bezahlt und die Kasse druckte den Bon aus.
Ob sie sich am Anfang verdrückt hat und einfach nur Payback ausgewählt hat oder ob der Prozess wirklich nochmal eine Bestätigung von Seiten der Kassiererin erfordert, weiß ich leider nicht.

Die App bietet auch eine Übersicht der getätigten Käufe, allerdings wird dort nur der Betrag und der Laden aufgelistet. Einen digitalen Kassenbon gibt es nicht.

Payback Pay Zahlungsübersicht

Und warum das Ganze?

So und was ist nun der Vorteil mit Payback Pay zu zahlen anstatt seine Payback-Karte so zu scannen und dann normal per Karte zu zahlen?

Gute Frage. Im Prinzip spart man einen Schritt, weil das Punktesammeln und das Bezahlen gleichzeitig stattfinden.
Andererseits ist es irgendwie umständlich. Möchte man während des Kassierens schon seine Waren einpacken, hat man zwei Möglichkeiten: man hält den ganzen Betrieb auf, weil man erst nach dem Einpacken sein Smartphone rausholt, die App sucht, startet, entsperrt und den QR-Code scannt. Oder man bereitet schon alles vor während man in der Schlange steht. Hat aber den Nachteil, dass man nun nicht mehr einpacken kann oder sehr umständlich, weil man in einer Hand das Smartphone balanciert.

Mit der normalen Payback-Karte hat man das Problem prinzipiell auch, allerdings ist sie kleiner und leichter als jedes Smartphone und es macht absolut nichts aus, wenn sie herunterfällt.

Nur Punkten

Alternativ hat man mit der Payback App auch die Möglichkeit einfach nur Punkte zu sammeln. Hierzu wird einfach der bisherige Barcode auf dem Display angezeigt und kann gescannt werden. Das sollte auch bei allen anderen Partnern klappen (sofern man gewillt ist, das Smartphone aus der Hand zu geben). Aber auch hierbei gilt obiger Einwand.

Also für mich persönlich bringt es zu wenig Mehrwert.
Es wäre zwar schön, die Payback-Karte nicht mehr mitnehmen zu müssen (je weniger Karten, desto besser), allerdings geht das ja aktuell noch nicht, weil ich keine Lust hab, mein iPhone wildfremden Menschen in die Hand zu geben, damit sie es über den Scanner ziehen. Da kann ja immer mal was runterfallen. Ne, ne.
Also müssten schon alle Läden Kundenscanner haben.

Besser wäre es, wenn man einfach eine beliebige Bezahlkarte (girocard, VISA, MasterCard) mit Payback verknüpfen könnte, so dass man automatisch Punkte sammelt, wenn man damit bezahlt. Vermutlich laufen dann die Datenschützer Sturm, aber praktischer wäre es auf jeden Fall. Kein Hantieren mit zwei Karten, kein umständliches gescanne von Smartphone-Bildschirmen.

Alternativ wäre es schön, wenn Payback Pay per NFC statt QR-Code funktionieren würde. Dann müsste man es im Idealfall nur ans Terminal halten und die App würde das im Hintergrund automatisch regeln. Würde dann vermutlich mit dem iPhone nicht gehen, weil Apple keine Nutzung der NFC-Funktion erlaubt, aber zumindest unter Android sollte das gehen. Ist meines Wissens auch geplant, dauert aber sicher noch.

Alternativen

Netto bietet in seiner App übrigens eine sehr ähnliche Lösung. Schon seit längeren kann man mit der Netto-App bezahlen indem man sie ebenfalls per Touch ID entsperrt und dann einen vierstelligen numerischen Code erhält, den man der Kassenkraft nennt. Diese tippt den ein und es ist bezahlt. Niemand muss etwas scannen. Fühlt sich aber auch nicht nach Zukunft an. Seit kurzem kann man nun auch die DeutschlandCard (das ist der Payback-Konkurrent von EDEKA, zu dem auch Netto gehört) in der App verknüpfen. Nun sammelt man automatisch Punkte wenn man mit der App zahlt. Aber auch hier: nerviges Rumgehampel mit dem Smartphone und der App.

Merkwürdig hingegen ist, dass die EDEKA-App, die seit Anfang des Monats das Bezahlen per App nun wohl deutschlandweit anbietet diese Möglichkeit nicht bietet. Bezahlen ja, DeutschlandCard nutzen: nein.

Dabei werden beide Apps von der gleichen Firma (Valuephone) entwickelt. Sollte nicht schwer sein, dort auch die gleichen Funktionen einzubauen.

Fazit

Ich glaube, ich werde das extrem selten nutzen. Höchstens mal, wenn ich meine Karten vergessen hab. Aber ob ich dann unbedingt den Wunsch verspüre, etwas bei dm zu kaufen bezweifle ich stark.

Es ist halt auch einfach eine weitere Insellösung. Payback nutze ich bei exakt drei Geschäften: dm, real,-, und REWE. Allerdings kauf ich auch noch bei Netto, EDEKE, LIDL, ALDI, Rosmmann, etc. ein. Hier kann ich Payback Pay nicht nutzen, muss also sowieso zumindest eine Karte mitnehmen. Dann kann ich diese auch bei den Payback Partnern nutzen.

Vielleicht wird es anders, wenn real,- das unterstützt. Hier gibt es Selbstbedienungskassen. Da ist man zumindest nicht auf geschulte Mitarbeiter angewiesen. Und man hat nicht so eine lange Schlange im Rücken. Vorausgesetzt Payback Pay wird dann auch an diesen Kassen angeboten und nicht nur an den normalen Kassen.

Sobald aber Apple Pay da ist und ich das in den Märkten nutzen kann, werde ich ganz sicher kein Payback Pay mehr nutzen. Doch dazu mehr in einem anderen Artikel.

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