Macht Backups!

Ich hatte schon öfter das Vergnügen, Daten zu verlieren. Es ist nunmal einfach so, dass Festplatten garantiert irgendwann kaputt gehen und man ab und zu auch selbst Schuld am Datenverlust ist, weil man aus versehen irgendetwas gelöscht oder überschrieben hat.

Mein erster Datenverlust war damals in den 90ern auf dem Apple Performa 630. Dieser hatte eine 250 MB Festplatte. Da ist dann plötzlich das Dateisystem kaputt gewesen. Folge: alle Daten weg. Und am schlimmsten: ich hatte kein Backup. Denn damals war das große Problem: worauf hätte man denn Backups machen sollen?

Als Speichermedien gab es damals Disketten, externe Festplatte und später ZIP-Laufwerk und CD-Brenner. Zu der Zeit des Datenverlusts (dürfe 1996 gewesen sein) hatte ich bis auf Disketten nichts davon. Aber eine Sicherung von 250 MB auf 1,44 MB Disketten macht keinen Spaß, also hab ich’s nie gemacht.

Später hatten wir dann ein ZIP-Laufwerk mit 100 MB Disks. Da konnte ich dann wenigstens die wichtigen Dinge sichern.

Später gab es dann einen CD-Brenner und da passt richtig viel drauf (650 MB), da hab ich die ein oder andere Sicherungs-CD gebrannt. Die sind aber vermutlich heute alle nicht mehr lesbar, da es recht billige Rohlinge waren. Aber so wirklich wichtiges war da jetzt eh nicht dabei.

Hardwaredefekte hatte ich schon, allerdings waren da meist keine wichtigen Daten drauf, oder ich hatte ein Backup. Logische Dateisystem-Probleme waren schon häufiger.

Springen wir in die Gegenwart: aus Fehlern lernt man und deswegen ist mein heutiges Backup ziemlich redundant. Dank Apples Time Machine geht die Sicherung heute automatisch. Eine Sicherung läuft auf meinem Synology NAS, eine weitere läuft wöchentlich auf eine externe Festplatte. Außerdem nutze ich einen Online-Dienst, wo meine Daten (natürlich verschlüsselt) irgendwo im Internet gespeichert werden.

So ein sogenanntes Offsite-Backup ist sinnvoll, denn mehrere Sicherungen zu Hause helfen eben nichts, wenn das Haus abbrennt.

Für Firmen ist so ein Online-Backup meist weniger geeignet, da dort einfach wesentlich mehr Daten anfallen, die gar nicht schnell genug übertragen werden können. Außerdem hat man dort meist schon eigene Backup-Lösungen, die meist auf Bändern sichern. Hier gibt es das gleiche Problem, dass man die nicht im Büro lagern sollte. Aber auch hierfür gibt es Dienstleister, die diese Bänder extern verwahren (klimatisiert, mit Zugangskontrollen geschützt und nur protokollierter Zugriff) und die schnellen Zugriff ermöglichen, wenn mal etwas passiert ist.

Für Privat ist das etwas übertrieben, da man meist weder auf Bändern sichert, noch so hohe Anforderungen hat.

Eine günstige Alternative für Privat sind externe Festplatten, die man regulär an einem anderen Ort lagert (bei Freunden, Eltern, etc.) und regelmäßig mitnimmt um dort eine Sicherung zu machen.

In der Praxis scheitert so etwas an der Faulheit der Menschen. Deswegen ist so ein Backup, dass immer im Hintergrund läuft und wo man sich um nichts kümmern muss, wesentlich besser.

Meine Empfehlung: macht Backups! Je mehr und weiter verteilt, desto besser! Aber predigen nützt ja selten was, man muss erst einen Datenverlust erleiden, bevor man dazulernt. War bei mir ja nicht anders. 🙂

Ein Gedanke zu „Macht Backups!“

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